Nach einer gut zweistuendigen Busfahrt vom Flughafen ins Zentrum von Buenos Aires, haben wir uns mit Bruno (Baer) und Chrusu fuer ein kuehles Bier getroffen um den Klimaschock ein wenig zu lindern.. Die beiden sind jetzt schon gut 6 Monate in Suedamerika unterwegs und hielten viele gute Tips fuer unsere Reise in den Sueden bereit. Da sie am 14. (also eigentlich heute) nach Mexiko weiterfliegen, blieben uns nur gerade 9 gemeinsame Tage um Buenos Aires und die naehere Umgebung zu besichtigen.
Eine der Sehenswuerdigkeiten (daher leider auch seeehr touristisch) ist das Quartier von La Boca, mit seinen bunten Häusern. Angeblich verwendeten die Bewohner dieses Quartiers die vom Schiffe anstreichen übriggebliebene Farbe noch fuer ihre Häuser - jetzt wohl um die Touris anzulocken. Na ja, trotzdem fand sich da auch eine gemütliche Beiz wo Tichu gespielt werden konnte (Tichu = Chinesisches Kartenspiel) . Das Tichu begleitete uns dann auch für die restlichen 9 Tage ständig.
Auch zur Sightseeingtour gehörte der Friedhof von Recoleta mit seinen grossen, abbröckelnden Gruften und vor allem auch dem Grab von Evita Peròn.
Zum Stadtbild von Buenos Aires gehören auch die Hundegassigeher.. woihl ein Grund wieso ein Spaziergang durch die Strassen dem Gang durch ein Minenfeld gleicht (besonders mit Flipflops!). Die braven Hunde brauchen uebrigens nicht mal eine Leine (oder dann sinds Strassenhunde, die einfach so ein bisschen mitspazieren, das haben wir auch schon erlebt (aber davon später)).
Weil Chrusu und Baer noch einen Stempfel mehr in ihrem Pass wollten, machten wir uns nach zwei Tagen auf den Weg nach Uruguay (oder Guruhai - aber das ist eine andere Geschichte). Von Buenos Aires aus kann man bequem mit der Fähre nach Colonia de Sacramento fahren.

Eigentlich hatten wir die Absicht in der Nähe von Colonia auf einem Campingplatz zu zelten, aber es kam anders...
Der Buschauffeur fuhr uns zwar zu einem Camping...aber nicht zu dem auf unserer Karte. Nun hatten wir die Wahl zwischen a) 1h auf den nächsten Bus warten oder b) 30 min. zu einer anderen Bushaltestelle zu laufen, wo ein Bus zum anderen Camping fährt. Wir wählten b und wurden am Ende mit der Dunbar belohnt...

Die 10 alten Päppel, die dort gerade ihren Whiskey schlürften staunten nicht schlecht als plötzlich eine Gruppe von 4 jungen Leuten mit riesen Rucksäcken hereinstürchelte und ein Bier bestellte. Frisch gestärkt machten wir uns dann auf den Weg zum anderen Camping, um dort zu erfahren, dass es geschlossen ist. D'ouh! Also warteten wir einmal mehr auf den Bus und waren nach 3 Stunden wieder dort wo alles angefangen hatte. Schlussendlich fanden wir dann ein gemütliches Hostel im Zentrum.

Das Zentrum von Colonia wurde vor einigen Jahren zum Unesco Weltkulturerbe erklärt...mit Recht, wie wir fanden. Man kann gemütlich über Pflastersteinsträsschen spazieren und sich die Sehenswürdigkeiten ansehen - oder auch einfach nur am Wasser sitzen und den Segelbooten zuschauen..
Charakteristisch für Colonia sind auch diese Trommelgruppen, welche am Samstagabend trommelnd durch die Gassen ziehen. Alle die Lust haben, laufen oder tanzen mit.
In Colonia haben wir uns auch noch eines der wichtigsten Reiseutensilien überhaupt gekauft (jedenfalls in diesem Teil Südamerikas): einen Mateschlürfer (Chreschi hält ihn hier gerade in der Hand). Mate (Ilex paraguayensis) trinkt man hier tagein tagaus - es ist so populär, dass man seine Thermos sogar an der Tankstelle mit heissem Wasser wieder auffüllen kann.
Auf dem Rückweg nahmen wir das Boot von Carmelo nach Tigre, einer Vorstadt von Buenos Aires. Dabei fuhren wir drei Stunden quer durch das Delta des Rio Paranà. In Tigre gibt es eigentlich einen Zug nach Buenos Aires, nur fuhr der gerade nicht weswegen wir auf Bus umstellen mussten - d.h. wenigstens Chrusu und Bär nahmen den Bus.. Als wir beide einsteigen wollten fuhr der Bus auch schon ab. Mit Hilfe einer freundlichen Argentinierin und einem Polizist in Zivil, der gerade vom Wochenende heimkam, fanden wir doch noch den Weg in unser Hostel.
In den verbleibenden 3 Tagen machten wir noch einen Ausflug nach San Antonio de Areco, einem Caucho-Städtchen einige Stunden von Buenos Aires entfernt. Hier war es tatsächlich noch heisser als in Buenos Aires, weshalb wir uns dann zuerst auch im Schatten der Bäume an der Plaza Mayor ein kühles Bier und eine Runde Tichu gönnten. Als die Temperaturen langsam wieder erträglicher wurden, suchten wir uns einen Zeltplatz und wurden diesmal sogar fündig.

Auf dem Weg zum Zeltplatz wurden wir von zwei Hunden begleitet, welche dann auch gleich bei uns übernachteten.. Strassenhunde in Argentinien sind übrigens ziemlich gut erzogen: sie bellen nicht (oder nur wenn sie andere Hunde oder Pickups sehen), sie betteln nicht und sie pinkeln auch nicht ans Zelt.
Heute fahren wir per Bus nach Puerto Madryn, etwa auf halbem Weg zwischen hier und Ushuaia. Der nächste Blog wird dann hoffentlich schon von unseren ersten Treks in Patagonien handeln..!

2 comments:
aso das met em d'hoend bislid ned as zauet stemmt ned ganz. mer hend sie ouscho debi beobachtet......
Hoi Zäme! Habt ihr in La Boca nicht zufälligerweise meine Kameras getroffen?
Wie gehts den Walen?
Grüessli aus down-under
Nic
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