Thursday, March 27, 2008

Wundersame Tierwelt Patagonies: Teil 1



Hier noch das versprochene Filmchen der whitewaterraftenden Enten im Torres del Paine... Viel Spass!

Thursday, March 13, 2008

Torres del Paine

Vom einsamen Trek im Valdivieso-Massiv gings in den ziemlich belebten Torres del Paine Nationalpark. Selbst im März (also nicht mehr Hochsaison) werden täglich mehrere Busladungen voll Touris von Puerto Natales dorthin gekarrt. Die meisten Leute laufen aber zum Glück nur schnell zum Torres del Paine Aussichtspunkt und sind dann auch schon wieder weg. So gibt es im Park doch noch einige Gebiete, wo man sich nicht gleich auf die Füsse steht...und zu denen es uns natürlich hingezogen hat.

Einer der klassischen Treks im Park führt in 6-8 Tagen ums ganze Bergmassiv (mit Torres, Cuernos etc.) rum. Tag 1 hat folgendermassen angefangen (mit den Torres im Hintergrund):



Ja, ja, da hatten wir trotz schweren Rucksäcken noch gut lachen! Am ersten Tag ging es am östlichen Rand des Paine Massiv entlang, durch trockene Steppenlandschaft bis zum Campamento Seròn, einem Camping mit heisser Dusche und kühlem Bier...



Die Idylle wurde höchstens von einigen Mücken gestört.. aber das war nur ein Vorgeschmack auf den nächsten Camping, wo wir von den Viechern beinahe gefressen wurden. Der zweite Tag begann aber wieder mit superschönem Wetter, die Wettergötter waren uns eh sehr wohlgesinnt: Sonne, sommerliche Temperaturen und vor allem fast kein Wind! was doch eher aussergewöhnlich ist für Patagonien..



Und endlich gabs auch Aussicht auf Gletscher! Der zweite Tag führte uns am nördlichen Rand des Paine-Massivs entlang, vom Campamento Serón bis zum Refugio Dickson.



Im Hintergrund ist der Glaciar Dickson zu sehen, der aus dem Hielo Sur runterfliesst und in den Lago Dickson kalbt. Die ganze Gegend ist zwar sehr idyllisch, aber leider viel zu viele Mücken, weshalb wir die meiste Zeit in unserem Zelt verbrachten..

Am nächsten Tag war eigentlich geplant bis zum nächsten Camping zu laufen.. Als wir aber nach nur dreieinhalb Stunden Aufsteig durch Lenga-Wald (wieder so 'ne Südbuche) bereits an unserem Tagesziel ankamen, dachten wir uns, dass es das jawohl nicht schon gewesen sein kann und entschieden uns gleich den einzigen Pass auf der ganzen Route auch noch anzuhängen..





Obwohl der Pass nur auf läppischen 1240m liegt, wurde die Landschaft immer alpiner.. Gletscher, wolkenverhangene Gipfel und spärliche Vegetation begleiteten uns auf dem Aufstieg. Zwei Stunden später standen wir dann endlich auf dem Pass, wo uns zwei Münchner auch schon mit heisser Suppe erwarteten.. Und vor allem gabs eine Aussicht, die sich wirklich sehen lassen kann!



Sozusagen direkt unter dem Pass fliesst der Glaciar Grey. Der Aletschgletscher ist dagegen ein Winzling..



Der Gletscher endet im Lago Grey, wo wir am Nachmittag unser Zelt aufgeschlagen haben und den vorbeitreibenden Eisblöcken zuschauten. Da wir sozusagen einen freien Nachmittag hatten, nutzten wir die Zeit um ein bisschen Fladenbrot zu backen (sonst hätte Chreschi ja das Kilo Mehl umsonst mitgeschleppt...). Mmmmh, frisches Brot!



Am nächsten Tag warfen wir einen letzten Blick auf den Gletscher und machten uns auf den Weg zu den Hörnern (den Cuernos) bzw. ins Tal unterhalb der Hörner, dem Valle Frances. Da es uns auf dem italienischen Camping (Campamento italiano) nicht sonderlich gefiel, nahmen wir am Abend noch den Aufstieg zu den Briten (Campamento Britannico) in Angriff und kamen kurz vor dem grossen Regen dort an.



Am nächsten Morgen gabs gleich zwei unliebsame Überraschungen: zum einen hatte sich das Wetter nicht gross gebessert und das fiese Nieseln hielt an, zum anderen hatten wir in der Nacht Besuch von Mäusen bekommen, die wohl die Erdnüsse im Zelt gerochen haben und tatsächlich ein kleines Loch in unser Zelt geknabbert haben! Na ja, für solche Fälle haben wir ja Duct-Tape dabei :-)



Trotz fehlendem blauem Himmel haben wir dann noch einen Abstecher zum Mirador (Aussichtspunkt) gemacht und gemerkt, dass die Berge über Nacht weiss gepudert worden sind.


Zum Glück war das Wetter nicht überall so trüb, so dass wir gegen Mittag die Regensachen wieder einpacken konnten. Und am Nachmittag konnten wir schon beinahe sehen, wo wir unsere Wanderung vor 6 Tagen begonnen hatten. Es dauerte dann aber doch noch einige Stunden bis wir im Campamento Torres ankamen.



Unterwegs sahen wir noch einige Kondore, die am Hang die beste Thermik suchten. Schon ziemlich gross, diese Viecher!



Nach all diesen Strapazen, konnten wir uns nicht überwinden, mitten in der Nacht aufzustehen, um vom Ausichtspunkt aus ein Foto der Torres im ersten Morgenlicht zu machen. Immerhin sind wir kurz aus dem Zelt gekrochen und haben ein Talfoto geknippst. Nach einem ausgiebigen Frühstück (Rührei, Brot&Gonfi und Kafi dank dem Minimercado in der Nähe des Campings) machten wir uns dann mit leichtem Gepäck auf den Weg zum Mirador.



Zusammen mit Kreti und Pleti genossen wir dann den Ausblick auf diese doch recht eindrücklichen Felsnadeln.



Ein weiterer Höhepunkt dieses Tages waren diese zwei Torrent Ducks hier - die besten Riverrafter, die ich je gesehen habe. Wir werden so bald wie möglich noch ein kurzes Filmchen auf den Blog laden, der die beiden in Action zeigt!



Ja, und dann gings wieder zurück in die Zivilisation. Am Busstop waren gerade noch einige Guanacos (der vierte Kamelidenartige in Südamerika neben Lamas, Alpacas und Vicuhnias) am grasen - die waren vermutlich froh die Touristen wieder für eine Weile los zu sein...

Inzwischen sind wir in el Chalten angekommen (back in Argentina!). Unterwegs haben wir noch einen Zwischenhalt in el Calafate eingelegt, um den Perito Moreno kalbern zu sehen. Davon aber später mehr, wenn wir hoffentlich mal wieder irgendwo eine akzeptable Internetverbindung finden :-)

Wednesday, March 12, 2008

Tierra del Fuego

Von Puerto Madryn gings dann weiter nach Rio Gallegos, wo wir einen unfreiwilligen Zwischenhalt einlegen mussten, da alle Busse nach Ushuaia bereits ausgebucht waren. Zwei Tage später waren wir aber bereits wieder unterwegs auf der ziemlichen unterhaltsamen Strasse nach Ushuaia. Unterhaltsam aus verschiedenen Gründen:

1. Es gibt unterwegs vier Grenzübergänge (2x Argentinien, 2x Chile), wo jeweils alle Insassen des Busses aussteigen müssen, um ihre Ausweise zu zeigen (jedesmal ein ziemliches Cabaret, wie man sich vorstellen kann...)

2. Die Chilenen hielten es nicht für nötig ihren Teil der Strasse zu asphaltieren, weshalb man ab der chilenischen Grenze auf einer Schotterstrasse dahinholpert und vor lauter aufgewirbeltem Strassenstaub kaum mehr aus dem Fenster sieht.

3. Und natürlich ist da noch die kurze Überfahrt mit der Fähre: eine sehr windige Angelegenheit (wie so manch anderes in Patagonien). Aber zumindest fallen hier die Autos nicht ins Wasser wie in Meilen...



Schlussendlich sind wir aber doch noch in Ushuia angekommen, der südlichsten Stadt der Welt.



Obwohl die Bezeichnung Stadt bereits etwas übertrieben ist bei einem Ort mit drei Supermercados und einer Haupteinkaufsstrasse... Und weil man nach einem Tag bereits mehr oder weniger alles in Ushuaia gesehen hat, haben wir uns endlich auf den Weg in die Berge gemacht. Zum "Aufwärmen" haben wir einen 3-tägigen Trek über den Paso de Oveja (Schafpass) gemacht. Obwohl die Landschaft schon irgendwie an die Alpen erinnert, ist doch alles ein bisschen anders und vor allem wilder...



...im Tal gibt es an vielen Stellen ausgedehnte Moorflächen. An manchen Orten ist es so feucht, dass die Bäume schlichtweg kapitulieren mussten (manchmal sind dafür auch die Biber und nicht die Moore verantwortlich - davon aber später mehr...)



...und was hier aussieht wie ein Buchenwald ist eigentlich auch einer - jedoch ein Südbuchenwald (Nothofagus sp.) - eben ähnlich, aber doch etwas anders!



Neben all den spannenden Pflanzen (über die ich selbstverständlich noch stundenlang schreiben könnte...), haben wir also auch noch einige Tiere gesehen, z.B. diese ashy-headed geese, die neben unserem Zeltplatz einen Futterhalt eingelegt haben. Nun ja, eigentlich haben vor allem die Weibchen (links) gefuttert, während der Wachgänserich (rechts) Ausschau hielt nach möglichen Gefahren.



Natürlich durften wir ob all diesen Attraktionen entlang des Weges das Wandern nicht ganz vergessen. Wir haben es also trotz vielen Fotostopps auf den Pass geschafft (auf überwältigenden 850 Metern über Meer!).



Eine Teiletappe des Treks führte durch den Parque Nacional Tierra del Fuego, den wir anschliessend an den Trek noch etwas genauer erkundet haben...

... und zwar ging es an unserem "Ruhetag" in den südlichsten Teil des PN Tierra del Fuego. Dieser Teil des Parkes ist touristisch sehr gut erschlossen, mit regelmässigen Minibusfahrten und sogar einer seeeehr touristischen Schmalstspureisenbahn.. Und: man zahlt Eintritt. Der Besuch lohnt sich aber auf jeden Fall!



Im Park selber gibt's verschiedene kleinere Wanderungen zu machen, eine davon führt der Meeresbucht von Lapataia (nicht zu verwechseln mit dem ähnlich klingenden Urlaubsort in Thailand..) entlang. Auf dem Weg konnten wir auch verschiedenste Vögel beobachten, Enten, Gänse und den auffälligen Magellanic Woodpecker (roter Kopf = Männchen):






Natürlich gabs auch etliche kuhle Pflänzchen zu sehen, etwa den Feuerbusch. Weiter im Norden gibts den auch noch einiges häufiger, obwohl die Blütezeit leider schon fast um ist..



Damit die marine Komponente auch mal noch auf unserem Blog vertreten ist... In Ushuaia gibts die dann auch in jedem Restaurant serviert (jaja, nicht genau die aber so anderes Gemuschel).

Nach 5 Stunden laufen (an unserem Ruhetag..) freuten wir uns auf ein kühles Bier in Ushuaia und wollten uns auf den Rückweg machen. Die Rückfahrt verlief dann aber ziemlich abenteuerlich... Alles begann damit, dass unser Minibusschofför vergessen hatte sein Funkgerät einzuschalten. Als ihm die Zentrale aufs Handy anrief, da er die Passagiere am Touri-Bahnhof vergessen hatte und er kurz an den Strasserand fuhr, starb der Motor.. Und dann fing es auch noch an zu rauchen aus dem hinteren Teil des Büsschen. Nachdem wir alle ausgestiegen waren, brachte er den Bus dann doch noch zum laufen und wir mussten nochmals 10 minuten retourfahren um die vergessenen Passagiere einzuladen. Item, wir kamen alle heil und staubig in Ushuaia an und hatten uns das Bier umso mehr verdient.

Am nächsten Tag gings dann schon auf den nächsten Trek in die Sierra Valdivieso. Durch einige Unkompatibilitäten (DVD-Ipod-lokale-Computer-Konflikt) können wir die Fotos (noch) nicht hochladen. Wir arbeiten aber daran... Den Trek haben wir trotz Biberkühen, Mimikriwegen und endlosen Mooren heil überstanden ;)

Peninsula Valdes

Auf unserem Weg von Buenos Aires nach Ushuaia haben wir einen Zwischenhalt in Puerto Madryn eingelegt. Von hier aus kann man Tagesexkursionen auf die Peninsula Valdes machen, wo man Seelöwen -und elefanten, sowie Pinguine, Delfine und mit etwas Glück sogar Orcas beobachten kann. Wir haben uns ausnahmsweise das volle Touriprogramm gegönnt (oder angetan - je nach Sichtweise) mit Bötli fahren, Bustour und Kommentaren in sympathischem (wenn auch nicht immer ganz verständlichem) Spanglish.



Obwohl wir ziemlich viele Delfine gesehen haben, ist das so etwa das beste Bild von einem. Wir haben etwa 20 weitere Bilder mit Wasserspritzern, Schatten im Wasser etc. etc. Manchmal ist es wirklich einfacher eine Postkarte zu kaufen...



Die Seelöwen(weibchen) liessen sich zum Glück etwas einfacher ablichten - jedenfalls solange sie an Land waren (im Wasser sind sie fast gleich agil wie die Delfine).



Und nochmals zwei Vertreter aus der Tierkategorie "Tapsig-an-Land-und-behende-im-Wasser". Neben vielen dieser Magellanpinguine sieht man auch ab und zu einen Makkaronipinguin (der heisst wirklich so!) mit gelben Franseln am Kopf.



Und hier trifft wohl eher die Bezeichnung zu "vor-allem-tapsig-und-nix-Wasser". Die Gürteltiere haben sich schon lange an die vielen Touristen gewöhnt und spazieren unbekümmert auf dem Parkplatz umher.



Am Strassenrand sieht man hin und wieder diese straussenartigen Vögel rumstehen. Hier handelt es sich wohl um die kleinere Art (lesser Rhea). Bekannter ist der etwas grössere Ñandu.