1. Es gibt unterwegs vier Grenzübergänge (2x Argentinien, 2x Chile), wo jeweils alle Insassen des Busses aussteigen müssen, um ihre Ausweise zu zeigen (jedesmal ein ziemliches Cabaret, wie man sich vorstellen kann...)
2. Die Chilenen hielten es nicht für nötig ihren Teil der Strasse zu asphaltieren, weshalb man ab der chilenischen Grenze auf einer Schotterstrasse dahinholpert und vor lauter aufgewirbeltem Strassenstaub kaum mehr aus dem Fenster sieht.
3. Und natürlich ist da noch die kurze Überfahrt mit der Fähre: eine sehr windige Angelegenheit (wie so manch anderes in Patagonien). Aber zumindest fallen hier die Autos nicht ins Wasser wie in Meilen...

Schlussendlich sind wir aber doch noch in Ushuia angekommen, der südlichsten Stadt der Welt.

Obwohl die Bezeichnung Stadt bereits etwas übertrieben ist bei einem Ort mit drei Supermercados und einer Haupteinkaufsstrasse... Und weil man nach einem Tag bereits mehr oder weniger alles in Ushuaia gesehen hat, haben wir uns endlich auf den Weg in die Berge gemacht. Zum "Aufwärmen" haben wir einen 3-tägigen Trek über den Paso de Oveja (Schafpass) gemacht. Obwohl die Landschaft schon irgendwie an die Alpen erinnert, ist doch alles ein bisschen anders und vor allem wilder...

...im Tal gibt es an vielen Stellen ausgedehnte Moorflächen. An manchen Orten ist es so feucht, dass die Bäume schlichtweg kapitulieren mussten (manchmal sind dafür auch die Biber und nicht die Moore verantwortlich - davon aber später mehr...)

...und was hier aussieht wie ein Buchenwald ist eigentlich auch einer - jedoch ein Südbuchenwald (Nothofagus sp.) - eben ähnlich, aber doch etwas anders!

Neben all den spannenden Pflanzen (über die ich selbstverständlich noch stundenlang schreiben könnte...), haben wir also auch noch einige Tiere gesehen, z.B. diese ashy-headed geese, die neben unserem Zeltplatz einen Futterhalt eingelegt haben. Nun ja, eigentlich haben vor allem die Weibchen (links) gefuttert, während der Wachgänserich (rechts) Ausschau hielt nach möglichen Gefahren.

Natürlich durften wir ob all diesen Attraktionen entlang des Weges das Wandern nicht ganz vergessen. Wir haben es also trotz vielen Fotostopps auf den Pass geschafft (auf überwältigenden 850 Metern über Meer!).

Eine Teiletappe des Treks führte durch den Parque Nacional Tierra del Fuego, den wir anschliessend an den Trek noch etwas genauer erkundet haben...
... und zwar ging es an unserem "Ruhetag" in den südlichsten Teil des PN Tierra del Fuego. Dieser Teil des Parkes ist touristisch sehr gut erschlossen, mit regelmässigen Minibusfahrten und sogar einer seeeehr touristischen Schmalstspureisenbahn.. Und: man zahlt Eintritt. Der Besuch lohnt sich aber auf jeden Fall!

Im Park selber gibt's verschiedene kleinere Wanderungen zu machen, eine davon führt der Meeresbucht von Lapataia (nicht zu verwechseln mit dem ähnlich klingenden Urlaubsort in Thailand..) entlang. Auf dem Weg konnten wir auch verschiedenste Vögel beobachten, Enten, Gänse und den auffälligen Magellanic Woodpecker (roter Kopf = Männchen):


Natürlich gabs auch etliche kuhle Pflänzchen zu sehen, etwa den Feuerbusch. Weiter im Norden gibts den auch noch einiges häufiger, obwohl die Blütezeit leider schon fast um ist..

Damit die marine Komponente auch mal noch auf unserem Blog vertreten ist... In Ushuaia gibts die dann auch in jedem Restaurant serviert (jaja, nicht genau die aber so anderes Gemuschel).
Nach 5 Stunden laufen (an unserem Ruhetag..) freuten wir uns auf ein kühles Bier in Ushuaia und wollten uns auf den Rückweg machen. Die Rückfahrt verlief dann aber ziemlich abenteuerlich... Alles begann damit, dass unser Minibusschofför vergessen hatte sein Funkgerät einzuschalten. Als ihm die Zentrale aufs Handy anrief, da er die Passagiere am Touri-Bahnhof vergessen hatte und er kurz an den Strasserand fuhr, starb der Motor.. Und dann fing es auch noch an zu rauchen aus dem hinteren Teil des Büsschen. Nachdem wir alle ausgestiegen waren, brachte er den Bus dann doch noch zum laufen und wir mussten nochmals 10 minuten retourfahren um die vergessenen Passagiere einzuladen. Item, wir kamen alle heil und staubig in Ushuaia an und hatten uns das Bier umso mehr verdient.
Am nächsten Tag gings dann schon auf den nächsten Trek in die Sierra Valdivieso. Durch einige Unkompatibilitäten (DVD-Ipod-lokale-Computer-Konflikt) können wir die Fotos (noch) nicht hochladen. Wir arbeiten aber daran... Den Trek haben wir trotz Biberkühen, Mimikriwegen und endlosen Mooren heil überstanden ;)

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