Einer der klassischen Treks im Park führt in 6-8 Tagen ums ganze Bergmassiv (mit Torres, Cuernos etc.) rum. Tag 1 hat folgendermassen angefangen (mit den Torres im Hintergrund):
Ja, ja, da hatten wir trotz schweren Rucksäcken noch gut lachen! Am ersten Tag ging es am östlichen Rand des Paine Massiv entlang, durch trockene Steppenlandschaft bis zum Campamento Seròn, einem Camping mit heisser Dusche und kühlem Bier...
Die Idylle wurde höchstens von einigen Mücken gestört.. aber das war nur ein Vorgeschmack auf den nächsten Camping, wo wir von den Viechern beinahe gefressen wurden. Der zweite Tag begann aber wieder mit superschönem Wetter, die Wettergötter waren uns eh sehr wohlgesinnt: Sonne, sommerliche Temperaturen und vor allem fast kein Wind! was doch eher aussergewöhnlich ist für Patagonien..
Und endlich gabs auch Aussicht auf Gletscher! Der zweite Tag führte uns am nördlichen Rand des Paine-Massivs entlang, vom Campamento Serón bis zum Refugio Dickson.
Im Hintergrund ist der Glaciar Dickson zu sehen, der aus dem Hielo Sur runterfliesst und in den Lago Dickson kalbt. Die ganze Gegend ist zwar sehr idyllisch, aber leider viel zu viele Mücken, weshalb wir die meiste Zeit in unserem Zelt verbrachten..
Am nächsten Tag war eigentlich geplant bis zum nächsten Camping zu laufen.. Als wir aber nach nur dreieinhalb Stunden Aufsteig durch Lenga-Wald (wieder so 'ne Südbuche) bereits an unserem Tagesziel ankamen, dachten wir uns, dass es das jawohl nicht schon gewesen sein kann und entschieden uns gleich den einzigen Pass auf der ganzen Route auch noch anzuhängen..
Obwohl der Pass nur auf läppischen 1240m liegt, wurde die Landschaft immer alpiner.. Gletscher, wolkenverhangene Gipfel und spärliche Vegetation begleiteten uns auf dem Aufstieg. Zwei Stunden später standen wir dann endlich auf dem Pass, wo uns zwei Münchner auch schon mit heisser Suppe erwarteten.. Und vor allem gabs eine Aussicht, die sich wirklich sehen lassen kann!
Sozusagen direkt unter dem Pass fliesst der Glaciar Grey. Der Aletschgletscher ist dagegen ein Winzling..
Der Gletscher endet im Lago Grey, wo wir am Nachmittag unser Zelt aufgeschlagen haben und den vorbeitreibenden Eisblöcken zuschauten. Da wir sozusagen einen freien Nachmittag hatten, nutzten wir die Zeit um ein bisschen Fladenbrot zu backen (sonst hätte Chreschi ja das Kilo Mehl umsonst mitgeschleppt...). Mmmmh, frisches Brot!
Am nächsten Tag warfen wir einen letzten Blick auf den Gletscher und machten uns auf den Weg zu den Hörnern (den Cuernos) bzw. ins Tal unterhalb der Hörner, dem Valle Frances. Da es uns auf dem italienischen Camping (Campamento italiano) nicht sonderlich gefiel, nahmen wir am Abend noch den Aufstieg zu den Briten (Campamento Britannico) in Angriff und kamen kurz vor dem grossen Regen dort an.
Am nächsten Morgen gabs gleich zwei unliebsame Überraschungen: zum einen hatte sich das Wetter nicht gross gebessert und das fiese Nieseln hielt an, zum anderen hatten wir in der Nacht Besuch von Mäusen bekommen, die wohl die Erdnüsse im Zelt gerochen haben und tatsächlich ein kleines Loch in unser Zelt geknabbert haben! Na ja, für solche Fälle haben wir ja Duct-Tape dabei :-)
Trotz fehlendem blauem Himmel haben wir dann noch einen Abstecher zum Mirador (Aussichtspunkt) gemacht und gemerkt, dass die Berge über Nacht weiss gepudert worden sind.
Zum Glück war das Wetter nicht überall so trüb, so dass wir gegen Mittag die Regensachen wieder einpacken konnten. Und am Nachmittag konnten wir schon beinahe sehen, wo wir unsere Wanderung vor 6 Tagen begonnen hatten. Es dauerte dann aber doch noch einige Stunden bis wir im Campamento Torres ankamen.
Unterwegs sahen wir noch einige Kondore, die am Hang die beste Thermik suchten. Schon ziemlich gross, diese Viecher!
Nach all diesen Strapazen, konnten wir uns nicht überwinden, mitten in der Nacht aufzustehen, um vom Ausichtspunkt aus ein Foto der Torres im ersten Morgenlicht zu machen. Immerhin sind wir kurz aus dem Zelt gekrochen und haben ein Talfoto geknippst. Nach einem ausgiebigen Frühstück (Rührei, Brot&Gonfi und Kafi dank dem Minimercado in der Nähe des Campings) machten wir uns dann mit leichtem Gepäck auf den Weg zum Mirador.
Zusammen mit Kreti und Pleti genossen wir dann den Ausblick auf diese doch recht eindrücklichen Felsnadeln.
Ein weiterer Höhepunkt dieses Tages waren diese zwei Torrent Ducks hier - die besten Riverrafter, die ich je gesehen habe. Wir werden so bald wie möglich noch ein kurzes Filmchen auf den Blog laden, der die beiden in Action zeigt!
Ja, und dann gings wieder zurück in die Zivilisation. Am Busstop waren gerade noch einige Guanacos (der vierte Kamelidenartige in Südamerika neben Lamas, Alpacas und Vicuhnias) am grasen - die waren vermutlich froh die Touristen wieder für eine Weile los zu sein...
Inzwischen sind wir in el Chalten angekommen (back in Argentina!). Unterwegs haben wir noch einen Zwischenhalt in el Calafate eingelegt, um den Perito Moreno kalbern zu sehen. Davon aber später mehr, wenn wir hoffentlich mal wieder irgendwo eine akzeptable Internetverbindung finden :-)

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