
Das ist er also - der Fitz Roy alias Fritz Hoi alias Fritzli Boy, im Morgenlicht vom Zeltplatz aus gesehen. Auf den Hügel im Vordergrund kann man noch raufspazieren...als wir aber oben ankamen, war der Anblick nicht mehr ganz so imposant:

So schnell kann hier das Wetter ändern! Dafür gehts umgekehrt oft auch schnell - die Patagonier pflegen zu sagen "wenns regnet, warte 10 Minuten!"
Bevor wir uns den anderen grossen Namen der Region anschauten (Cerro Torre), machten wir noch einen Ausflug ins Valle Electrico (wo es trotz des Namens keinen Stausee gibt).

Der Weg führte über Flussschotter, durch goldgelbe Wiesen und überhaupt wäre alles sehr idyllisch gewesen, wenn ich nicht so müde und der Schotter und der Wind nicht so mühsam gewesen wären - aber das sieht man auf den Bildern natürlich nicht :-)

In diesem sich herbstlich verfärbenden Wald wurde der Weg dann wieder angenehmer und wir kamen schlussendlich doch noch an unserem Tagesziel, dem Refugio Piedra la Fraile an.

Von dort aus kann man Fritzlis Rückseite sehen...
...und man kann trotz meiner vorherigen Aussage sehen, wie stark es hier manchmal windet.

Auf dem Rückweg von Piedra la Fraile bzw. auf dem Hinweg zum Cerro Torre haben wir (noch ausserhalb des Parkes) unser Abendessen erjagt. Chreschi hat am Wegrand einen Riesenbovisten gefunden, den wir am Abend in Schnitzel geschnitten und gebraten mit Polenta (ja, das gibts hier) gegessen haben. Und nein, Bovisten sind nicht giftig und eindeutig zu erkennen und wir verspüren noch immer keine Nachwirkungen (oder sind beide schon so stark davon betroffen, dass wir die Symptome gegenseitig nicht mehr erkennen...)

Und diesmal haben wir den Mäusen, die uns in der Nacht mal wieder einen Besuch abstatteten, nichts von unserem Essen abgegeben. Aus purem Frust, haben sie dann unseren Abwaschschwamm zerstückelt und unsere beiden Wasserflaschen angeknabbert (was ich erst beim ersten Versuch sie am nächsten Morgen zu füllen, bemerkt habe). Ja, ja diese Mäuse - und wenn man sie dann mal auf frischer Tat ertappt wie hier, schauen sie einem ganz unschuldig an und man kann ihnen gar nicht mehr richtig böse sein.

Neben Mäusen gabs auf diesem Zeltplatz passend zu Ostern auch Hasen. Trotz langem Suchen haben wir aber keine Ostereier im Gebüsch gefunden, sondern vor allem gebrauchtes Toilettenpapier (aber das ist eine andere lange und leidige Geschichte...)

Aber eigentlich sind wir ja wegen ihm gekommen, dem Cerro Torre, der so vielen Rucksäcken und anderen Outdoorartikeln ihren Namen gegeben hat und lange Zeit als unbesteigbar galt. Das wundert einem auch nicht, wenn man diese Felsnadel mal in Natura sieht.

Beim Cerro Torre ereilte uns übrigens ein ähnliches Schicksal wie beim Fitz Roy...am Abend noch schönstes Wetter und Sternenhimmel in der Nacht, am nächsten Morgen aber war der Berg wie vom Erdboden verschluckt bzw. vom Nebel verschlungen. Schade auch für alle Tagestouristen, die an diesem Tag den Weg dorthin in Angriff nahmen und uns alle hoffnungsvoll fragten, ob man denn vom Mirador aus mehr sähe...nun ja, man sieht neben dem Nebel auch noch den See - immerhin!
Da man nur einmal pro Woche über die Grenze nach Villa O'Higgins reisen kann, hatten wir noch einige Tage in El Chalten zu verbringen. Nachdem alle Wäsche gewaschen und das Zelt wieder mal getrocknet werden konnte, machten wir noch einen kleineren Ausflug auf einen Ausichtsberg. Das Wetter sah eigentlich gut aus am Morgen, aber auf dem Aufstieg begann es wieder mal zu nieseln (das bekannte patagonische Fiese-Nieseln..) und weiter oben dann sogar zu schneien..! Wirklich höchste Zeit weiter nach Norden zu ziehen..

Weiter östlich in der Pampa war natürlich schönstes Wetter.. Aber hier in den Bergen stauen sich alle Wolken.

Wir stapften natürlich tapfer weiter, wenn wir schon mal mit so wenig Gepäck unterwegs sind.. Da der eigentliche Gipfel des Ausichtsbergs (Lomo Pliego Tumbado) aber frisch eingeschneit war (der Hügel ganz im Hintergrund) beförderten wir einen Vorgipfel zum Hauptgipfel und genossen von da aus die Aussicht und ein paar mitgebrachte Empanadas.

Gegen Nachmittag beruhigte sich das Wetter ein wenig und wir konnten sogar bis Chalten sehen (die paar Häuser im Tal) und zu den frischverschneiten Bergen im Hintergrund. Tja, auf nach Norden..

No comments:
Post a Comment