Wednesday, May 21, 2008

Mendoza



In Santiago hatten wir günstig einen gebrauchten Lonely Planet Argentinien Guide ergattert (sogar die aktuelle Ausgabe), der in Mendoza gleich intensiv zum Einsatz kam. Am ersten Tag machten wir eigentlich nicht viel anderes als von Plaza zu Plaza zu schlendern (davon gibt es viele in Mendoza), in schattigen Strassencafés sitzen und unsere Weintour für den nächsten Tag zu organisieren. Ach ja, und wir lösten endlich unser Bankenproblem! Das ging folgendermassen:

In den ersten zwei Monaten konnten wir in Argentinien problemlos Geld beziehen mit unseren Maestrokarten, ab el Bolson gings aber plötzlich nicht mehr. Also riefen wir unsere Banken in der Schweiz an, die uns aber nicht weiterhelfen konnten. Oké, versuchen wir es mit den argentinischen Banken - keine Ahnung von nichts! Dann halt googlen...und endlich Erfolg:

http://www.wine-republic.com/articles.php?id_art=85&id_cat=5

Aha! Die bösen Link und Banelco Netzwerke waren also schuld und offensichtlich waren alle Touris betroffen, nicht nur wir. Aber zum Glück gibts ja Citibank! Ja, für die mache ich gerne Werbung, denn die haben Bankautomaten, wo man nach wie vor 2000 Pesos statt nur 300 beziehen kann. Komisch, aber wahr!



Am nächsten Tag gings dann mit gemieteten Velos auf Weintour in Maipú, ein Ort in der Nähe von Mendoza. Insgesamt besuchten wir 3 Bodegas, ein Olivenölproduzent und ein Likör- und Süssigkeitenhersteller mit Winterthurer Wurzeln.



1. Station: la Rural, Weinproduzent und Museum zugleich. Während der stündigen Führung erfuhr man alles von den Rebsorten, über die Ernte, die Verarbeitung bis hin zur Lagerung im Eichenfass. Das Musuem war auch einigermassen spannend...früher erhielten die Arbeiter beispielsweise Jetons für jeden geernteten Korb Trauben. Die konnten sie dann beim Besitzer der Bodega gegen Kleider und Essen tauschen, Geld gabs keines!
Nach einer kurzen Degu radelten wir dann auch schon weiter zur...

2. Station: Bodega Tempus alba. Da wurde man nicht mehr geführt, sondern konnte sich selber rumführen. Anschliessend gabs wieder Degu auf der Dachterrasse.



Ich schaue übrigens so ernst drein, weil ich gerade versuche, den Unterschied zwischen dem Merlot und dem Malbec herauszudegustieren und den fruchtigen Abgang zu finden (mit mässigem Erfolg...). Fein war es sowieso :-)



Und ab zur 3. Station: Olivenhersteller Laur. Da erzählten sie einem in schnellem Spanisch alles über grüne und schwarze Oliven, extra vergine und Lampenöl und sonst noch einiges, von dem ich nur die Hälfte verstand (Chreschi gab mir anschliessend noch eine kurze Zusammenfassung). Auch hier gabs eine Degu, diesmal aber mit kleinen Brötchen und einem Tropfen Olivenöl. Das überzeugte uns so sehr, dass wir gleich eine Flasche kauften zusammen mit dem dazu passenden Aceto balsamico...mmmh!

Station 4 war eine herzige kleine Bodega namens Carinae, die vor einigen Jahren von einem Franzosenpäärchen gegründet wurde. Dort trafen wir einen Schweizer aus der Nähe von Murten, der gerade auf Weinweltreise ist: Momentan arbeitet er hier in Argentinien, dann gehts nach Kalifornien, dann Australien...nicht schlecht!

Abgerundet wurde unser Feinschmecker-Tag mit einem Besuch bei Historias y Sabores. Da gibts alle möglichen Likörs und Schnäpse (unter anderem Schokolade, Kaffee, Orangen, Kirsch und sogar Absinthe). Zudem allerlei Konfitüren (Apfel-Cognac, Birnen-Malbec) und Chutneys (Auberginen, Zuchetti,...). Am liebsten hätte ich da einen Grosseinkauf gestartet, aber Platz und Geld reichten leider "nur" für eine Apfel-Cognac Gonfi (von der mittlerweile bereits die Hälfte weggeschleckt ist).



Nach so viel radeln und degustieren mussen wir zuerst mal im Hostel ein bisschen entspannen gemeinsam mit dem Hostelhund, der vom rumrennen im Garten auch ganz erschöpft war.

Da wir ja bekanntlich keine Stadtmenschen sind, hatten wir Mendoza bald mal gesehen, stattdessen zog es uns wieder in die Berge. Da in der Nähe von Mendoza der höchste Berg ausserhalb des Himalayas zu finden ist, war das Ziel auch schon gegeben.



Per Bus ging es nach Puente del Inca, einem kleinen Kaff auf 2700 m an der Passstrasse Richtung Santiago. Nur schon die vierstündige Fahrt dorthin lohnte sich bereits. In dieser Gegend wurde übrigens auch 7 Years in Tibet (mit Brad Pitt) gedreht, da das Filmteam keine Drehgenehmigung für Tibet bekam...



Puente del Inca erhielt seinen Namen wegen dieser natürlichen (!) Brücke über den Rio Horcones. Scheinbar entstand die Brücke nach der letzten Eiszeit, wie genau ist noch nicht ganz klar. Eine Theorie besagt, dass durch Lawinen und Erdrutsche zuerst eine Schnee-Sand-Kies Brücke entstand, die dann durch die stark mineralhaltigen, heissen Quellen zusammengekittet wurde. Das Gebäude auf dem Foto sind übrigens nur noch die Ruinen eines alten Thermalbades, das Anfangs des 20. Jh in Betrieb war und jetzt langsam zugesintert wird.



Heisse Quellen hin oder her, wir waren wegen den hohen Bergen hier, also machten wir uns am nächsten Morgen gleich auf den Weg zum Parque Provincial Aconcagua.



Und bald war dann auch schon der Cerro Aconcagua selber zu sehen! Die 6962 m gibt man ihm eigentlich gar nicht..



Neben dem Cerro Aconcagua gab es auch noch genügend andere sehr eindrückliche Berge. Und während die einten von uns das ganze während einer ausgedehnten Siesta genossen, starteten die anderen einen ersten Versuch den Aconcagua zu erklimmen..



Näher als hier kam die Expedition dann also doch nicht.. Auf jeden Fall genossen wir die Ruhe und die alpine Landschaft sehr und konnten wieder Energie tanken für die Weiterreise im Tiefland.



Entlang alter Bahngleise und halbverfallenen Wellblechgalerien, gings dann zurück zu Puente del Inca und dann per Bus wieder nach Mendoza. Unser nächstes Ziel: San Juan und das Valle de la Luna!

Monday, May 19, 2008

Talca - Santiago

Bevor es mit Städten und Weinbergen weitergeht noch einen kurzen Nachtrag zu den chilenischen Vulkanen. Wie ihr vielleicht wisst, ist am 1. Mai im südlichen Chile der Vulkan Chaitén ausgebrochen, nach einer 9000 Jahre langen Ruhephase. Die Städte Chaitén und Futaleufu mussten evakuiert werden und liegen nun unter einer dicken Ascheschicht. Am Abend des Ausbruchs wunderten wir uns über diesen komischen weissen Staub, der auf dem Zelt und den Rucksäcken zu sehen war. Blütenstaub? Sand? Zurück in der Suizandina hörten wir dann vom Ausbruch und wussten nun, dass der komische weisse Staub Vulkanasche war, die es bis zum Lonquimay getragen hat.. Aber wir können wirklich nichts dafür, dass der Vulkan ausgebrochen ist! Obwohl es einige Leute anscheinend verdächtig finden, dass wir nur 3 Wochen vor dem Ausbruch in der Gegend waren.



Von Malalcahuello gings dann per Bus und dreimal umsteigen weiter Richtung Norden. Vor Santiago machten wir noch Zwischenhalt in der Casa Chueca in Talca, einem seeehr gemütlichen Bed&Breakfast/Hostel inmitten von Weinfeldern und Kuhweiden. Da auch hier die Nebensaison schon lange begonnen hat, waren wir fast die einzigen Gäste und die Stimmung im Hostel war dann auch sehr familiär (Wozu auch die Babys der Angestellten und der hyperaktive 4-jährige Sohn der Besitzer beitrugen..)



Talca liegt in einer der bekanntesten Weinregionen Chiles, deshalb mussten wir natürlich auch noch ein nahegelegenes Weingut besichtigen! Die Bodega Calina ist ziemlich neu und gehört dem kalifornischen Weingut Kendall-Jackson. Die Weinproduktion ist auch dementsprechend Hitech.



Nach der Besichtigung durfte die Degustation natürlich nicht fehlen.. Wirklich seeehr guter Wein. Besonders der Carmenère, eine Weintraube dies eigentlich nur in Chile gibt (und auf die die Chilenen dementsprechend stolz sind).

Nach 2 sehr erholsamen Tagen wagten wir uns dann in die grosse Stadt: Santiago.



Kurz nach unserer Ankunft in Santiago mussten wir gleich auf die harte Tour erfahren, dass wir nicht mehr auf dem Land sind.. Auf dem Weg zu unserem Hostel in einem doch sehr anständig aussehenden Quartier, riss irgendsoein junger Schnösel Bibis Handtasche weg und rannte davon. Bibi rief dann natürlich gleich Zetermordio, worauf ich meinen grossen Rucksack hinschmiss und mich an die Verfolgung machte. Der Typ war dann zum Glück nicht so schnell und liess die Tasche bald wieder fallen, da ich ihn sonst eingeholt (und kräftig verplütscht) hätte! Phuuuh, gerade nochmal gut gegangen. Die herumstehenden Passanten hatten sich währenddessen schon rührend um Bibi gekümmert und ein paar alte Ömis zeigten ihr, wie man die Handtsche hier in Santiago halten muss.. Danach erreichten wir ohne Zwischenfälle unser Hostel, wo wir uns zuerst mal ein grosses Bier auf diesen Schock genehmigen mussten.

Am nächsten Tag trafen wir uns mit Heinz, einem Deutsch-Chilenen, den wir in Villa O'Higgins getroffen hatten. Heinz nahm uns gleich auf einen Ausflug nach Valparaiso und Viña del Mar mit.



Valparaiso ist eine Hafenstadt in der Nähe von Santiago, die unter anderem für die vielen kleinen Ascenscores bekannt ist, mit denen man vom Hafen zum höhergelegenen Teil der Stadt fahren kann. Und es geht wirklich so steil hinauf wie auf dem Foto - da ist das Polybähnli nichts dagegen!



Neben steilen Ascensores ist Valparaiso auch für die farbigen Häuser bekannt...gelb, lila, türkis - jede Farbkombination ist erlaubt. Uns gefiel es jedenfalls sehr und wir ernannten Valparaiso zum bisher schönsten Ort in Chile.



Anschliessend gings nach Viña del Mar an den Strand. Baden konnte man zwar nicht, aber zum spazieren wars auch schön.



Und das ist übrigens Heinz Peter, unser deutsch-chilenischer Freund aus Santiago. Der Name Heinz ist - wie man sich vorstellen kann - in Chile nicht so verbreitet. Deshalb wird Heinz hier oft auch Jaime, James, Eimes oder was auch immer genannt. Na ja, Christoph hats da auch nicht viel besser, gäll Cris?



Da in der Casa Roja alle Betten ausgebucht waren, zügelten wir am Abend noch in ein anderes Hostel, welches direkt an der Plaza de Armas lag. Vom Balkon aus hatte man dann diese tolle Aussicht auf den Jubel und Trubel auf der Plaza.



Am nächsten Morgen machten wir uns zuerst mal alleine auf Sightseeing-Tour in Santiago. Die Stadt selber ist eigentlich schöner als wir erwartet hatten, mit vielen ruhigen Quartierstrassen, alten Gebäuden und Pärken. Alles ist zudem viel moderner und neuer, als im übrigen Chile. Eigentlich auch kein Wunder, wenn man bedenkt, dass gut die Hälfte der Einwohner Chiles in Santiago leben.



Am Nachmittag trafen wir Heinz wieder, der am Muttertag natürlich noch bei seiner Mutter vorbeischauen musste. Auf jeden Fall gings dann mit dem klassischen Santiago-Touri-Programm weiter und wir fuhren mit so einer tollen Gondelbahn auf den Stadthügel von Santiago, den Cerro Cristobal.



Von oben hatte man eine tolle Aussicht auf das Wahrzeichen von Santiago, den Smog..! So ganz knapp kann man noch die Berge rund um Santiago erkennen.

Am Abend fuhren wir dann zum Apartment von Heinz, wo wir noch gemütlich Bier tranken und Znacht assen. Zum Dessert gabs noch das einzigartige Sahne-Nuss-Schokolade-Glacé...mmmh!
Am nächsten Morgen musste Heinz früh auf, um zur Arbeit zu gehen (er arbeitet bei IBM) und nahm uns gleich in seinem Auto mit. Nach einer Stunde stockendem Kolonnenverkehr quer durch Santiago erreichten wir endlich die Busstation, wo wir uns leider bereits wieder von Heinz verabschieden mussten.

Da unser Bus erst um 2Uhr nachmittags fuhr, hatten wir noch etwas Zeit, in Santiago rumzuschlendern...z.B. zum Mercado Central, einem riesen Fischmarkt mitten in Santiago. Dort assen wir dann auch gleich Zmittag (Fisch natürlich), nicht ganz billig aber fein. Ach ja, und dann war da noch die Geschichte mit den 10'000 chilenischen Pesos und Bibis "Glögglifroschtag", aber davon ein andermal...



Und dann fuhren wir auch schon Richtung Mendoza und siehe da: nach kurzer Fahrt lichtete sich der Smog und schöne hohe Schneeberge kamen zum Vorschein.



Und was für Berge! Die Strecke zwischen Santiago und Mendoza führt am Aconcagua vorbei, dem höchsten Berg ausserhalb des Himalayas (davon später mehr).

Thursday, May 15, 2008

Lonquimay Circuit

Weil uns der Vulkantrek im Villarrica Park so gut gefallen hat, hängten wir gleich noch einen weiteren Vulkantrek etwas weiter im Norden an - den Lonquimay Circuit. Am Ausgangspunkt dieses Treks gibt es ein sehr gemütliches Ho(s)tel namens Suizandina, wo man Rösti, Spätzli, Müesli und viele andere feine Sachen essen kann - eine willkommene Abwechslung in Chile!



Eigentlich waren in unserem Trekkingguide 6 Tage für diesen Trek eingeplant, aber Thomas vom Suizandina meinte, in 4 Tagen sei das also gut zu schaffen...ja guet, dänn halt!



Schon nach kurzer Wanderzeit, sah man den Lonquimay zwischen den Araucarias auftauchen (ja, die gabs auch hier zu Hauf).



Auf der anderen Seite konnte man den Vulkan Llaima sehen, der bereits auf der Villarrica Traverse in der Ferne zu erkennen gewesen war.



Trotz einigen sonnigen, warmen Tagen vor dem Trek, lag immer noch ein wenig von dem Schnee, den es vor ca. 1 Woche gegeben hatte. Kein echtes Hindernis, aber doch ein Zeichen, dass die Trekkingsaison wirklich langsam zu Ende ist...auch für so angefressene wie uns!



Nach dem Schnee kam das grosse (!) Lavafeld - ein Gelände mit dem Chreschi anscheinend viel weniger vertraut ist als mit dem Schnee, denn er stolperte innert kurzer Zeit gleich zweimal und schürfte sich dabei Hände und Knie auf (mit diesen spitzigen Lavasteinen ist nicht zu spassen). Und ein Unglück kommt ja angeblich selten allein: zu den blutigen Knien kam auch noch eine halbausgeleerte Bierdose in Chreschis Rucksack hinzu...definitiv nicht sein Tag! Zudem dämmerte es bereits langsam und wir hatten immer noch kein fliessend Wasser gefunden...hmmm.



Schlussendlich beschlossen wir, unser Zelt am nächstbesten Ort aufzuschlagen und Schnee zu schmelzen, um Wasser zu bekommen (von dem hatte es zum Glück auch hier noch einige Flecken). Da darf man sich zu recht fragen, warum wir all diese Strapazen auf uns nehmen...



...Antwort: Darum!



Nach einer tüchtigen Portion Schlaf und einer Tasse Kaffee sah die Welt am nächsten Morgen gleich schon viel freundlicher aus: kein Lavafeld mehr zu queren und nach einer halben Stunde wandern plötzlich reichlich fliessend Wasser (anscheinend alles eine Frage der Exposition).



Am zweiten Tag folgte die Route grösstenteils einer alten Fortsstrasse, so dass wir zügig vorwärtskamen und die Stolpergefahr nur noch sehr gering war.



Inzwischen hatten wir den Lonquimay bereits halb umrundet und sahen nun seine Rückseite (umrahmt von imposanten Araucarias).



Kurz vor Mittag kamen wir noch an diesem Schild vorbei, dessen Bedeutung uns nicht ganz klar wurde...Achtung, unterspülte Meeresklippe? Oder Erosion im Gange?



Aber an mysteriöse Schilder hatten wir uns bereits gewöhnt...der Wasserhahn am Tag zuvor funktionierte jedenfalls auch nicht wie er sollte!



Am späteren Nachmittag mussten wir noch einen kleinen Bach durchwaten...schön erfrischend! Eine kleine Kneippkur für die Füsse.



Kurz vor Sonnenuntergang (wieder mal ein langer Wandertag) erreichten wir den Zeltplatz und ich hatte beinah das Gefühl ich sei zu Hause, so sehr erinnerten mich die Berge hier an die Falkniskette.



Tag 3: Mal wieder eine kühle Nacht und dementsprechend Raureif am Morgen. Wir freuten uns deshalb sehr, als endlich die Sonne hinter dem Falknis aufging und wir uns aufwärmen konnten.



Auch an diesem Tag hiess es wieder Strassenwandern und zwar immer nur rauf, rauf, rauf (insgesamt mehr als 1000 Höhenmeter).



Strassenwandern ist zwar angenehm für die Füsse, aber auf Dauer doch etwas langweilig, wenns links und rechts nur Wald hat.



Zum Glück kam bald wieder der Lonquimay in Sicht und der davorliegende Crater Navidad, der 1998 ausgebrochen ist und das riesige Lavafeld im Vordergrund zurückgelassen hat.



Wirklich riesig!



Für die nächsten drei Stunden wanderten wir mal wieder durch "desolate moonscape" ähnlich wie bei der Laguna Blanca auf der Villarrica Traverse. In dieser Landschaft verliert man irgendwie jegliches Zeitgefühl...einfach endlos schwarzer Sand.



Und einmal mehr hatten wir pünktlich zum Sonnenuntergang unser Zelt aufgestellt!



Und was für ein Sonnenuntergang!



Der dritte Tag sollte eigentlich gemütliches Zurückwandern zum Suizandina sein und ich war deshalb am Morgen bester Laune. Und Chreschi meinte diese 4-Tage-Haare-nicht-gewaschen-Frisur sei definitiv ein Foto wert.



Der Heimweg wurde dann aber doch noch etwas abenteuerlicher als gedacht. Anscheinend waren die Chilenen etwas faul beim Markieren dieses Wegabschnitts, so dass man höchstens alle 500m an einem Markierungspfosten vorbeikam...in offenem Gelände kein Problem, aber wenn der Weg durch Bambusdickicht führt eher mühsam! Mit etwas Glück und mit Hilfe unseres Trekkingguides fanden wir den fast ganz überwucherten Trampelpfad im Wald dann aber doch und standen schon bald vor dem letzten Pass dieser Wanderung.



Oben auf dem Pass angekommen, gabs zwar kein Schild mit Höhenangabe, dafür aber mal wieder eine dieser mysteriösen Tafeln...diesmal mit einem ausgebleichten Kondor drauf, der aber weit und breit nicht zu sehen war (vielleicht weil er so bleich ist?).

Hinunter gings dann schnell auf dem Lavafeld...einzige Schwierigkeit waren die fiesen Tuco Tuco Löcher. Tuco Tucos sind hamsterartige Viecher, die im Lavasand ihre Gänge graben. Ausser Maulwurfartigen Hügeln sieht man nichts von ihrer Aktivität und sie selbst schon erst recht nicht. Und so wandert man nichts böses ahnend übers Lavafeld und sackt plötzlich ein wie im Treibsand, weil man mal wieder auf einen dieser f***ing Tuco Tuco Gänge getreten ist.



Der Rest des Weges war denn echt Schoggi wie man sieht. Und so kamen wir endlich mal vor Sonnenuntergang an unserem Ziel an, nämlich bereits um drei Uhr nachmittags...jeeeeh!
Zurück im Suiznadina waren die Vorbereitungen fürs Barbecue am Abend schon voll im Gange. Tom schmiss für die hungrigen Wanderer noch ein Kilo mehr Fleisch (bzw. Gemüse) auf den Grill und wir fühlten uns wie im Schlaraffenland.



Und am Sonntag machten wir einfach rein gar nichts ausser faulenzen und lesen...auch das muss zwischendurch sein!