Thursday, June 12, 2008

Cataratas de Iguazu!

Unser nächstes grosses Reiseziel waren die Iguazufälle und da diese so ziemlich am anderen Ende von Argentinien liegen, hiess das wieder mal Busfahren. Lange Busfahren...



Nach einem sehr kurzen Zwischenstopp in Salta, wo wir gerade noch Verpflegung für die lange Busreise besorgen konnten, gings dann per Nachtbus nach Corrientes, einer grösseren Stadt am Rio Paraná. Eigentlich hatten wir vor, da noch ein wenig Pause zu machen und dann erst am Abend weiterzureisen, aber das Wetter war so mies und die Stadt so grau, dass wir uns entschieden gleich weiterzureisen. Also schnappten wir uns den nächsten Bus nach Puerto Iguazu, unserem Endziel und hängten nochmals 10 Stunden Busfahrt an.. Insgesamt waren wir, von den kurzen Zwischenstopps in Salta und Corrientes mal abgesehen, gut und gern 30 Stunden im Bus unterwegs. Da das Wetter am nächsten Morgen auch in Puerto Iguazu nicht viel besser war, beschlossen wir die Fälle erst am nächsten Tag zu besuchen und uns erst einmal von der Monster-Busfahrt zu erholen.



Und dann endlich: Wasserfälle überall. Wir besuchten zuerst die argentinsche Seite, da das von Puerto Iguazu (ARG) aus einiges einfacher ist. Die Wasserfälle liegen übrigens genau auf der Argentinisch-Brasilianischen Grenze, weshalb man auf Brasilien einreisen muss, wenn man die Fälle von der anderen Seite sehen will.



Nur schon die kleineren Fälle sind also gewaltig. Der ganze Park rund um die Iguazufälle ist touristisch sehr gut ausgebaut, es gibt verschiedene Wege die man ablaufen kann um die verschiedenen Fälle mal von unten oder von oben zu betrachten.



Der Star der Show ist eindeutig die Garganta del Diablo (hatten wir den Namen nicht schon mal..? Argentinier sind irgendwie nicht so einfallsreich wenns um Orts- oder Strassennamen geht..). Ein Grossteil des Rio Iguazu fällt an dieser Stelle rund 72m in die Tiefe. Von Fern siehts noch so aus, als ob der Fluss ein Loch hat..



..aber aus der Nähe betrachtet ist das dann ein gewaltiges Schauspiel. Vor lauter Gischt sieht man gar nicht wie tief das Wasser eigentlich fällt und das Tosen ist ohrenbetäubend.



Eigentlich sind alle Besucher nur wegen den Wasserfällen hier, obwohl der Park auch sonst noch einiges zu bieten hat. Der Nationalpark ist zusammen mit dem auf der brasilianischen Seite eines der letzten Gebiete mit beinahe unberührtem subtropischen Regenwald in der Gegend. Da das Gebiet rund um die Fälle aber mit Touristen überschwemmt ist, sieht man eigentlich nur wenig von der Tierwelt. Mit der grossen Ausnahme von Nasenbären, welche regelmässig alten Ömis Guetzli aus der Tasche stehlen und die vielen Abfalleimer auf essbare Reste untersuchen (mehr davon auf der brasilianischen Seite...)





Am nächsten Tag waren die Wettergötter wieder bester Laune und wir besuchten nochmals die argentinische Seite. Erstens weil der Eintritt am zweiten Tag nur noch halb so viel kostet, und zweitens, weil wir noch so eine lustige Wasserfall-Bootsfahrt machen wollten. Der Besuch hätte sich aber nur schon wegen dem schönen Wetter gelohnt, bei jedem Wasserfall gabs jetzt noch einen kitschigen Regenbogen und überall flatterten farbige Schmetterlinge herum.



Gleich zu Beginn schnallten wir uns also ein paar Schwimmwesten um und packten uns schon mal vorsorglich in all unser Regenzeug ein, wir hatten gehört, dass man bei der Bootstour ziemlich nass wird. Und so wars dann auch, nach einigen Aufwärm- und Foto-Knips-Runden gab der Steuermann Vollgass und steuerte direkt auf einen Riesen-Wasserfall zu... Vor lauter Wasser konnte man fast nichts mehr sehen und alle anderen Passagiere wurden klitschnass. Gut möglich, dass der Steuermann seine Laune mit Touristen-Duschen heben musste, da Boca Juniors (Fussballmannschaft aus Bs.As.) gestern gegen Fluminense (Brasilien) im Copa de Libertadores (die südamerikanische Champions League) verloren hatte und die brasilianischen Tour-Operators auf der anderen Flussseite ihm dies natürlich unter die Nase reiben mussten.. Auf alle Fälle hat unser Regenzeug auch diesen Härtetest bestanden!



Da wir langsam genug Wasserfälle gesehen hatten und vor allem für einmal den Touristen-Horden ausweichen wollten, machten wir noch eine gut dreistündige Wanderung in den Dschungel. Wir sahen leider weder Tukane noch Affen noch Jaguare (zum Glück..) aber dafür einige Vögel, viele Schmetterlinge und ebensoviele Mosquitos..



Vor allem zu sehen gabs viel viel Grün. In allen Schattierungen..



Da das Wetter wirklich supertoll war, hüpften wir nochmals in den Touristenzug, der die verschiedenen Stationen im Park miteinander verbindet und fuhren ein zweites Mal zu der Garganta del Diablo hinaus. Am späten Nachmittag hatte es einiges weniger Leute und wir konnten die Fälle nochmals in aller Ruhe und mit beinahe kreisförmigen Regenbogen geniessen.



Dank der kleineren Besucherschar am Nachmittag wurden auch die Schmetterlinge nicht so schnell vertrieben und man konnte sie leicht fotografieren.

Am nächsten Tag machten wir dann noch einen Ausflug auf die brasilianische Seite. Eigentlich ist der Weg dorthin etwa gleich weit wie der auf die argentinische Seite, aber mit allen Zollformalitäten und Buswechseln dauerts insgesamt doch etwas länger. Auf der brasilianischen Seite wurden wir als erstes mal wieder von den gar nicht scheuen Nasenbären begrüsst. Einen erwischten wir sogar auf frischer Tat beim Abfalleimer-Plündern:



Würde man also nicht denken, dass so ein feisser Nasenbär durch so ein enges Loch passt...

Aber eigentlich waren wir ja wegen den Wasserfällen hier...

...von der brasilianischen Seite aus hat man mehr eine Gesamtansicht der Fälle, im Gegensatz zur argentinischen Seite wo man sehr nah dran ist und manchmal vor lauter Tropfen den Fall nicht mehr sieht.

Auf der brasilianischen Seite hatte es interessanterweise viel weniger Touristen als auf der argentinischen Seite - uns wars Recht!



Und so imposant die Fälle auch sind, irgendwann waren unsere Augen (und vor allem auch Ohren) gesättigt und wir machten uns wieder auf den Weg nach Argentinien, wo man die Leute wieder um einiges besser verstand!

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