Tuesday, June 3, 2008

San Juan und Valle de la Luna

San Juan hat viele Ähnlichkeiten mit Mendoza: breite Trottoirs unter schattenspendenden Bäumen, viele Strassencafes (mit gutem Kaffee) und überall Bewässerungskanäle, in die wir einige Male fast reingestolpert wären.



Bei unserem ersten Rundgang durch die Stadt, staunten wir nicht schlecht, als wir im Zentrum eine 250 Meter lange Torte entdeckten! War hier gerade ein Versuch im Gange ins Guinessbuch der Rekorde zu kommen? Nein, es war "bloss" der Geburtstag irgendeiner Kreditkartengesellschaft, die zu diesem Anlass ein grosses Fest veranstaltete (das sollte es bei uns mal geben). Am Abend gabs dann noch Musik, Modeschau und viel Werbung für ansässige Geschäfte. Wir genossen den Jubel und Trubel zusammen mit drei anderen Schweizern, die wir bereits in Puente del Inca kennengelernt hatten.

Aber eigentlich waren wir ja nicht wegen irgendeiner Riesentorte nach San Juan gekommen, sondern um das Valle de la Luna (Mondtal) zu sehen, ein Gebiet mit Unesco Weltnaturerbe-Status im Norden von San Juan.



Ausgangspunkt für Touren ins Valle de la Luna ist das kleine Kaff San Augustin de la Valle fertil (sie lieben hier lange komplizierte Ortsnamen). Hier gibts neben einem halben Dutzend Touranbietern und etwa ebensovielen Unterkunftsmöglichkeiten vor allem Geissen, Hunde, Hühner,...



In der indigenen Sprache nennen sie dieses Gebiet "Ischigulasto" - land without live. Der Name bezieht sich wohl ebensosehr auf die Lebensfeindlichkeit dieses Gebietes als auch auf die vielen Dinosaurierskelettfunde, die hier gemacht wurden. Die ersten Bewohner dieses Gebietes hielten die Skelette übrigens für Guanacos (die Lama-artigen Viecher), während die Gauchos meinten es seien Kühe gewesen. Erst später identifizierten qualifiziertere Leute die Skelette als Dinosaurier (darunter auch das älteste bisher entdeckte Saurierskelett, 238 Mio. Jahre alt).



Wind und Wasser haben aus den Felsen im Valle de la Luna teilweise verblüffende Figuren geschaffen, wie hier beispielsweise die Sphynx...



...oder das submarino (Unterseeboot)...



...und zu guter Letzt noch "el Hongo" (der Pilz). Der Wind schafft diese bizarren Figuren nicht nur, er zerstört sie auch gleich wieder selbst. Mit der jetzigen Erosionsrate soll der Pilz angeblich bereits in 10 Jahren abgetragen sein.



Zum Glück warten im Hintergrund noch mehr Pilze darauf zum Superpilz erkoren zu werden!

Der nächste Tag stand unter dem Titel "killing time in San Juan", da unser Nachtbus nämlich erst um 9 Uhr abends fuhr. Da kam es doch sehr gelegen, dass um 4 Uhr nachmittags Lokalzeit das Championsleague-Finale gezeigt wurde! Wir setzten uns also in die nächstbeste Beiz, bestellten ein Bier und schauten dem Gedribbel von Chelsea und Manchester zu - und zack, schon drei Stunden rum. Und gleich anschliessend folgte noch das Spiel von Boca gegen Atlas (Viertelfinal des Copa Libertadores), das wir aber nur noch bis zur Halbzeit schauen konnten, weil wir uns nun doch mal endlich auf den Weg zum Busterminal machen mussten.



Um zumindest halbwegs erholt in Tucuman anzukommen, gönnten wir uns servicio cama (Bett) statt nur semi cama (Halb-Bett). Bis la Rioja waren wir die einzigen zwei Passagiere im Bus...toll, so ein grosser doppelstöckiger Bus für uns allein! Wir genossen die Aussicht aus der ersten Reihe und den halbwegs geniessbaren Znacht mit eisgekühltem Rotwein.

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