ah nein, das waren doch erst die Hauskühe, die auf der Strasse rumspazierten. Aber kurz darauf sahen wir dann echte Wildgeissen beziehungsweise Bighornsheep:
Die versammeln sich gerne in der Nähe der Strasse um Salz zu schlecken. Natürlich verursachte das Ganze sogleich einen kleinen Verkehrsstau, jedoch nicht ganz so schlimm wie die Bär- und Bisonstaus im Yellowstone.
Ein Besuch im Banff National Park lohnt sich wirklich, aber man sollte nicht (so wie wir) das verlängerte Wochenende des State Holiday auswählen, an welchem es noch mehr Volk hat als im Juli/August sowieso schon da ist. Zum Glück gibts in der Nähe von Banff ein Camping mit 618(!) Zelt- und RV-Plätzen - da fanden selbst wir noch Unterschlupf. Am Eingang wurden wir gleich mit der Information begrüsst, dass täglich Bären im Camping rumspazieren und dass wir sehr "likely" sind auch einen zu sehen - hoppla! Was wir dann aber schlussendlich bei unserem Zeltplatz zu Gesicht bekamen war kein Bär, sondern eine Eule, auch kein ganz alltäglicher Anblick:
Und die vielen Leute waren nicht nur auf dem Camping und überall in Banff (so dass man kaum mehr einen freien Parkplatz fand), sondern auch in unserem geliebten backcountry was soviel heisst wie: alle schönen Wanderungen waren schon ausgebucht. Und auf alles unterhalb der Waldgrenze liessen wir uns nach unseren Erfahrungen im Glacier NP schon gar nicht mehr ein.
Deshalb machten wir uns schon bald auf die Weiterreise nach Lake Louise, wo natürlich die Touristenmasse bereits auf uns wartete. Aber wie das ja so ist mit Massen, sie kommen meist nicht weit. Und so waren am Ende des ca. 2km langen Lake Shore Trails nur noch gerade ein Dutzend Spaziergänger übrig.
Wir lernten zudem auch, dass Lake Louise ein beliebtes Klettergebiet ist. Christoph wäre wohl auch gleich in die Wand gestiegen, wenn er sein Material dabei gehabt hätte. So blieb es halt beim Zuschauen:
Fast ebenso beliebt wie Lake Louise ist der nahe gelegene Moraine Lake im Valley of the ten Peaks:
Momoll, wir waren beeindruckt! Aber das Naturerlebnis ist halt nie ganz das Gleiche, wenn man es mit einer Horde anderer Touris teilen muss, deren einziges Ziel es ist, das quirrlige Chipmunk am Wegrand zu fotografieren...
Erschöpft von all dem Gedrängel und Gefötel, zogen wir uns auf den Zeltplatz zurück, der übrigens von einem elektrisch geladenen Zaun umgeben ist. Ein Pilotprojekt zum Schutz von Mensch UND Bär!
Und um zu zeigen, wie wichtig uns ein regelmässiges update unseres Blogs ist, hier ein Bild zum Beweis:
Dank unserem neu erworbenen Autobatterieadapter können wir nun jederzeit offline bloggen - ein Lob auf die moderne Technik und natürlich Suzy!
Und weiter gings auf dem very scenic Icefield Parkway - klick, klick, klick, Richtung Jasper, vorbei am Columbia Icefield, das man in einem Gletscherbus besichtigen kann (es gibt nichts, das man nicht vermarkten kann...), an Wasserfällen, türkisblauen Seen und nicht zuletzt Mountain Goats (auch die lieben das Salz auf der Strasse):
Auch wenn Jasper National Park etwas weniger besucht ist als Banff, waren an diesem Wochenende doch genügend Leute da, um alle vorhandenen Zeltplätze zu füllen. Und so wurden wie halt ins "overflow camping" abgeschoben, das sich aber als gar nicht so übel herausstellte. Es gab zwar kein fliessend Wasser, aber dafür konnte man sein Zelt aufstellen, wo man wollte.
Am nächsten Tag versuchten wir unser Glück mit einem backcountry permit im Jasper National Park. Da das verlängerte Wochenende nun vorbei war, sollte das ja nicht mehr so ein Problem sein. Falsch gedacht! Der Skyline Trail im Jasper NP ist so beliebt, dass er für die nächsten 2 Monate ausgebucht ist! Da wird ja wandern richtig exklusiv. Sehnsüchtig dachten wir an unsere Zeit in Patagonien zurück, wo man noch schräg angeschaut wurde, wenn man mit grossem Rucksack und Plänen für eine mehrtägige Wanderung aufkreuzte...
Also blieb uns nur noch die Flucht nach vorne in den Mt. Robson Provincial Park. Und siehe da, wenn man es am wenigsten erwartet, klappt es plötzlich mit dem backcountry permit...aber davon im nächsten Blog mehr.

No comments:
Post a Comment