Monday, August 4, 2008

Grand Teton

Auf dem Weg Richtung Jackson, legten wir noch einen Zwischenhalt bei den "Craters of the Moon" ein, einem grossen Lavafeld im Süden von Idaho (Vulkane gibts ja nicht nur in Südamerika...). Neben der an der Oberfläche sichtbaren Lava, gibts hier auch unterirdische Gänge im Lavafeld zu erkunden.



Da wir diesen Halt eher spontan einlegten (wie eigentlich so ziemlich alle Stops auf unserer Reise), waren wir eher mässig für die Höhlentour ausgerüstet.



Ich wagte mich mit Röckli und Flip Flops dann also nicht allzu weit in die Höhle vor und auch Chreschi gab aufgrund der halbleeren Batterien seiner Stirnlampe bald auf...



Eine angenehme Abkühlung war der Höhlenausflug allemal.



Am nächsten Tag erreichten wir dann Jackson und den Grand Teton National Park. "Endlich" wieder hohe Berge nach den öden Ebenen Südidahos! Nach ersten Erkundigungen bei der Ranger Station, mussten wir feststellen, dass das Wandern hier nicht so einfach werden würde wie gedacht. Zum einen lag noch so viel Schnee, dass für die Passübergänge ein Eispickel erforderlich war und zum anderen kann man hier in den amerikanischen Nationalpärken nicht nach Belieben sein Zelt aufschlagen, sondern muss für jeden Tag einen bestimmten Zeltplatz reservieren. Dieses Vorgehen widerspricht natürlich radikal unserer rollenden Planung, aber wir mussten uns wohl oder übel fügen.



Schlussendlich gings dann aber doch los ausgerüstet mit einem bärensicheren Kanister und food für 3 Tagen.



Erste Herausforderung: den Massen von Tagestouristen entwandern, welche die ersten 2 Kilometer (max!) der Wanderwege verstopfen. Mit unseren grossen Rucksäcken, kamen uns ein bisschen wie Ausserirdische vor unter all diesen Sonntagspaziergängern.



Die Flucht nach vorne zahlte sich schon bald aus. Diesen Elch bekamen nämlich nur noch die etwas ausdauernden Wanderer zu Gesicht. Obwohls dem Elch ziemlich egal schien, wer oder wie viele ihn anstarrten - Hauptsache er konnte in Ruhe futtern.



Und schon bald erblickten wir die ersten Vorboten des Schnees - ganze Felder voll Glacier Lilies, so quasi die Soldanellen Nordamerikas.



Et voilà, da war er auch schon, der Schnee! Und wie!



Mitte Juli und die Hälfte der Zeltplätze waren noch unter Schnee. Wir fanden dann zum Glück doch noch einen ziemlich aperen, dafür auch noch ziemlich nassen Zeltplatz inklusive gwundrigem Murmeltier...





Ja, und die Aussicht auf den Grand Teton war auch nicht so schlecht... Eine gebührende Entschädigung für das überstandene (und noch bevorstehende) Schneestampfen.



Ach, und noch schnell was zu diesem Bärkanister. Eigentlich ist das ja schon eine gute Idee, da man dank dem Kanister sein Essen nicht in die Bäume hängen muss. Aber versucht mal food für 3 Tage für 2 Personen sowie alles Zeug, das irgendwie duftet (Pfannen, Nessesär etc.) in eine übergrosse Bierdose zu stopfen...Schlussendlich musste trotzdem noch eine Krüppelföhre für all das Zeug herhalten, das nicht in den Kanister passte.



Am nächsten Morgen war jedenfalls alles noch da (auch das Murmeli) und wir konnten unseren Schneespaziergang weiterführen.



Das erfrischende Bad im Lake Solitude fiel leider ins Wasser beziehungsweise ins Eis!



Trotz fehlendem Eispickel, wollten wir mal abklären, wie die Schneesituation auf dem Pass (Paintbrush Divide) war. Und so stapften wir von Schneefeld zu Schneefeld bis der Schnee oben auf dem Pass plötzlich aufhörte und wir stattdessen mitten in einem alpinen Rasen voller Blumen standen.





Sogar Himmelsherold (so eine Art alpines Vergissmeinnicht) gabs hier.



Auf dem Abstieg erwartete uns dann aber nochmals etwas Schnee...



Mit Skiern wärs einfacher gewesen, aber es ging auch so.



Und ein bisschen weiter unten wars dann zum Glück nicht mehr so steil und man konnte gemütlich die Schneefelder runterrutschen.



Und noch ein bisschen weiter unten, war vom Schnee kaum noch was zu sehen.



Nach dieser Passüberquerung waren wir am Ende des zweiten Tages bereits wieder am Ausgangspunkt unserer Wanderung angelangt. Und so ging es am gleichen Tag noch weiter in Richtung Yellowstone.

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