Monday, September 29, 2008

Kenai Peninsula

Nach unserem Denali Trip zog es uns wieder in etwas dichter besiedelte Regionen...bevor wir uns aber in die Grossstadt Anchorage wagten, schauten wir noch bei Jim und Cheryll in Wasilla vorbei. Jim haben wir im Juli auf unserer Wanderung im Yellowstone getroffen und er hat uns damals spontan zu einem Barbecue bei sich zu Hause in Alaska eingeladen. Und was für ein Barbecue...selbstgefangenen und selbstgebratenen Lachs mit allerlei leckeren Beilagen - ein richtiges Festessen nach all unseren nur mässig abwechslungsreichen Ein-Topf-Menüs! Jim fängt übrigens nicht nur seinen Lachs selbst, er macht auch sonst so ziemlich alles mit seinen eigenen zwei Händen. Momentan ist er noch daran sein Haus fertig zu bauen von der Dusche über die Küche bis hin zu den selbstgeschreinerten Möbeln - wir waren ziemlich beeindruckt. Wobei man sagen muss, dass in Amerika viele Leute ihre Häuser selbst zusammenbasteln, es sieht in den meisten Fällen einfach nicht so professionell aus wie bei Jim.



Nachdem wir nach langer Zeit mal wieder in einem Bett übernachtet hatten, gings am nächsten Tag ausgeschlafen und erholt in Richtung Anchorage und von dort aus weiter zur Kenai Peninsula. Leider traf die Wetterprognose für die nächsten Tage (mostly cloudy and rainy) für einmal exakt zu - wir hatten für 5 Tage fast ununterbrochen Dauerregen! Aber anscheinend scheint das hier an der Küste nichts Besonderes zu sein.



Zum Glück gabs in Seward genug zu tun für regnerische Tage, zum Beispiel ein Besuch im Sealife Center. Dort gibts neben diesen lustigen Puffins auch Seewlöwen, Robben und allerlei Fische zu sehen. Das Sealife Center ist aber nicht nur für Touristen gemacht - es wird dort auch allerhand Forschung betrieben ( z.B. "wie viele Seelöwen essen die migrierenden Killwerwale auf der russischen Seite der Beringsee?"), gestrandete Robben aufgepäppelt etc.



Tags darauf wagten wir uns trotz Regen nach draussen und wanderten dem nahe gelegenen Exit Glacier entlang zum Harding Icefield. Endlich kam mal unsere gesamte Regenausrüstung zum Einsatz: Regenschutz, Regenhose, Regenhut! Am Ende des Tages waren wir aber trotzdem ziemlich durchnässt (vor allem unsere Füsse) und wir mussten uns erst mal beim Feuer im Visitor Center ein wenig aufwärmen. Anschliessend sassen wir noch für drei Stunden in ein Internetkafi, um noch komplett fertig zu trocknen.



Nach drei Tagen in und um Seward wollten wir noch eine andere Ecke der Kenai Peninsula kennenlernen und machten uns auf den Weg zu einem Ort mit dem vielversprechenden Namen Homer. Und siehe da, kaum eine Stunde von der Küste weg, zeigte sich zur Abwechslung mal wieder die Sonne. Wir liessen uns die Gelegenheit nicht entgehen und breiteten sogleich all unser nasses Zeug aus für eine grosse Trocknungsaktion. Wie man sieht, waren aber die nächsten dunklen Wolken nicht weit entfernt und wenig später begann es bereits wieder zu tröpfeln...



Die erste Attraktion in Homer war ein seaotter (Meeresotter?), der in der Nähe des Strandes im Meer plantschte. Ich hätte stundenlang zuschauen können, wie der Otter auf dem Rücken schwimmend sein Fell putzte - soooo härzig! All die anderen "Attraktionen" waren zu einem grossen Teil bereits geschlossen, da die Saison in Homer anscheinend bereits Anfangs September zu Ende geht ("see you again in May!").



Naja, war uns auch recht, wenns nicht mehr so viele Touristen hat. Zumindest hatte es den Vorteil, dass mehr als genügend Zeltplätze am Strand zur Verfügung standen und wir mal wieder bei Meeresrauschen einschlafen konnten (und natürlich dem nicht wegzudenkenden Regenprasseln auf dem Zeltdach...).

Von Homer gings zurück nach Anchorage (wo es noch mehr regnete...) und Wasilla, wo wir nochmals kurz bei Jim und Cheryll vorbeischauten. Yep, und damit neigte sich unser Aufenthalt in Alaska auch schon seinem Ende zu - langsam wurde es uns wirklich zu kalt hier im hohen Norden und wir freuten uns bereits auf etwas mildere Temperaturen weiter südlich.

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