Nach einem kurzen Stopp in Tok, gings auf direktem Weg nach Fairbanks, wo endlich mal wieder die Sonne schien. Wir wollten das schöne Herbstwetter natürlich gleich ausnutzen und wieder mal zu Fuss und per Rucksack die Gegend erkunden. Aber zuerst genossen wir noch ein wenig die Annehmlichkeiten einer Stadt (Kino und Pizza!).
Anderen Bewohnern der Stadt wurde es aber schon langsam zu kalt. Hunderte von Kranichen (und Gänsen) machten sich gerade auf den Weg Richtung Süden. Wir liessen uns von den Vögeln aber nicht beeindrucken und fuhren von Fairbanks noch einige Meilen Richtung Norden, in die Chena River Recreation Area. Wo's nicht nur tolle Wanderungen, sondern sogar heisse Quellen geben soll!
Und Elche. Vieeele Elche. Schon bei der Hinfahrt konnte man den einen oder anderen Elch durch's Wasser waten sehen. Am Morgen bekamen wir sogar noch Besuch auf unserem Zeltplatz von einem Elchmami mit Elchjungem. Während das Mami fleissig im Wasser graste, schien das Junge eher wasserscheu.
Eigentlich wollten wir ja eine 3-tägige Rundtour machen, aber als wir am Morgen das Zelt öffneten sah es also ziemlich neblig und grau aus. Irgendwie viel eher Thermalbad-Wetter als Wander-Wetter. Zu einem kleinen Spaziergang konnten wir uns dann aber doch noch überwinden und siehe da: kaum 5 Minuten unterwegs lichtete sich der Nebel und die Sonne kam wieder zum Vorschein. Wer konnte denn ahnen, dass hier das Herbstwetter gleich ist wie in der Schweiz!?
Die heissen Quellen liessen wir uns aber dennoch nicht entgehen. Da wir auch gleich beim Thermalbad unser Zelt aufschlugen, konnten wir sogar noch am Abend im heissen Wasser Wärme tanken für die kalte Nacht im Zelt (obwohl einige von uns davon nicht gebrauch machten und sich direkt im Schlafsack verschloffen!).
Am nächsten Morgen gabs dann (welch Überraschung..) wieder mal Besuch von einem Elch. Der Elch schien sich von so einem komischen Zelt auf seinem Morgenspaziergang aber nicht gross stören und ging unbekümmert seines Weges.
Diesmal liessen wir uns vom Morgennebel nicht mehr beirren und starteten unseren 3-Tage-Trek auf dem Chena-Dome-Trail.
Bald schon erreichten wir die Waldgrenze und suchten unseren Weg durch alpine Tundra. So sollte es auch für die nächsten 3 Tage bleiben, der Weg folgte die ganze Zeit einem Bergrücken. Endlich mal so richtig Aussicht!
Neben Flechten und Zwergsträuchern wären wir auch fast auf ein Berghuhn gestanden. Kein Wunder bei dieser Tarnung.. Wer findets?
So eine Gratwanderung bietet zwar ein tolles 360°-Panorama, aber leider ist sie auch trocken, seeehr trocken. Da wir den ganzen Tag an keiner Quelle, Bergseelein, Bächlein, etc. vorbeikamen, musste sich Chreschi mit allen verfügbaren Wasserbehältern auf die Suche nach Wasser im Tal machen... und wurde zum Glück nach 15 min Abstieg fündig. Dies freute nicht nur Bibi sondern auch drei durstige Labradore, die mit ihrem Herrchen ebenfalls in der Gegend unterwegs waren und die Wassersituation ein wenig unterschätzt hatten.
Freudiges Schwanzwedeln garantiert!
Am nächsten Tag kamen wir an den Wrackteilen eines Militärflugzeugs vorbei, welches 1952 hier abstürzte. Scheinbar kümmerte sich niemand ums Aufräumen, weshalb man sich hier auch mehr als 50 Jahre später noch wie ein Katastrophenjournalist fühlt.
Pünktlich gegen Mittag erreichten wir Chena Dome, den höchsten Punkt unserer Wanderung. Mit viel Rücken-, Seiten-, und Gegenwind gings weiter, immer dem Grat entlang.
Der auf unserer Karte eingezeichnete Emergency-Shelter, stellte sich als komfortables Hüttli mit Ofen und Regenwassertank heraus! Das Wasser kam uns sehr gelegen, da wir auch am zweiten Tag nie an fliessendem (oder stehendem) Wasser vorbeikamen.
Von der Hütte aus konnte man sogar in der Ferne die Alaska Range erkennen. Obwohl die Berge wirklich sehr hoh aussehen (und auch sind..), ist Mt. McKinley (der Allerihöchste) von hier nicht zu sehen. Trotzdem sehr kitschig.
Zum Zmorge gibt's getoastete Bagel mit feinem Kafi.. mmmmhmm good! Ein wenig veramerikanisiert sind wir also mittlerweile schon, vor allem wenn man bedenkt, dass wir auf die Bagels noch Peanut Butter mit Konfi streichen (Ist imfall wirklich supperfein!).
Der dritte Tag war dummerweise auch der längste.. Na ja, wir stapften wieder weiter durch Tundra, immer dem nächsten Meilenpfosten entgegen. 17, 18, 19, ...
Auch am dritten Tag gabs wieder perfektes Herbstwetter mit den dazu passenden Herbstfarben. Owohl hier nicht die Lärchen gelb sind sondern die Birken und Zitterpappeln. Nach drei wunderschönen Tagen waren wir dennoch froh, als wir wieder bei unserer treuen Suzy ankamen (vor allem, weil sich die letzte Meile plötzlich als ziemlich lang herausstellte..).
Nächstes Ziel: Denali! (Aber zuerst nochmals Film und Pizza in Fairbanks..)

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