Monday, May 19, 2008

Talca - Santiago

Bevor es mit Städten und Weinbergen weitergeht noch einen kurzen Nachtrag zu den chilenischen Vulkanen. Wie ihr vielleicht wisst, ist am 1. Mai im südlichen Chile der Vulkan Chaitén ausgebrochen, nach einer 9000 Jahre langen Ruhephase. Die Städte Chaitén und Futaleufu mussten evakuiert werden und liegen nun unter einer dicken Ascheschicht. Am Abend des Ausbruchs wunderten wir uns über diesen komischen weissen Staub, der auf dem Zelt und den Rucksäcken zu sehen war. Blütenstaub? Sand? Zurück in der Suizandina hörten wir dann vom Ausbruch und wussten nun, dass der komische weisse Staub Vulkanasche war, die es bis zum Lonquimay getragen hat.. Aber wir können wirklich nichts dafür, dass der Vulkan ausgebrochen ist! Obwohl es einige Leute anscheinend verdächtig finden, dass wir nur 3 Wochen vor dem Ausbruch in der Gegend waren.



Von Malalcahuello gings dann per Bus und dreimal umsteigen weiter Richtung Norden. Vor Santiago machten wir noch Zwischenhalt in der Casa Chueca in Talca, einem seeehr gemütlichen Bed&Breakfast/Hostel inmitten von Weinfeldern und Kuhweiden. Da auch hier die Nebensaison schon lange begonnen hat, waren wir fast die einzigen Gäste und die Stimmung im Hostel war dann auch sehr familiär (Wozu auch die Babys der Angestellten und der hyperaktive 4-jährige Sohn der Besitzer beitrugen..)



Talca liegt in einer der bekanntesten Weinregionen Chiles, deshalb mussten wir natürlich auch noch ein nahegelegenes Weingut besichtigen! Die Bodega Calina ist ziemlich neu und gehört dem kalifornischen Weingut Kendall-Jackson. Die Weinproduktion ist auch dementsprechend Hitech.



Nach der Besichtigung durfte die Degustation natürlich nicht fehlen.. Wirklich seeehr guter Wein. Besonders der Carmenère, eine Weintraube dies eigentlich nur in Chile gibt (und auf die die Chilenen dementsprechend stolz sind).

Nach 2 sehr erholsamen Tagen wagten wir uns dann in die grosse Stadt: Santiago.



Kurz nach unserer Ankunft in Santiago mussten wir gleich auf die harte Tour erfahren, dass wir nicht mehr auf dem Land sind.. Auf dem Weg zu unserem Hostel in einem doch sehr anständig aussehenden Quartier, riss irgendsoein junger Schnösel Bibis Handtasche weg und rannte davon. Bibi rief dann natürlich gleich Zetermordio, worauf ich meinen grossen Rucksack hinschmiss und mich an die Verfolgung machte. Der Typ war dann zum Glück nicht so schnell und liess die Tasche bald wieder fallen, da ich ihn sonst eingeholt (und kräftig verplütscht) hätte! Phuuuh, gerade nochmal gut gegangen. Die herumstehenden Passanten hatten sich währenddessen schon rührend um Bibi gekümmert und ein paar alte Ömis zeigten ihr, wie man die Handtsche hier in Santiago halten muss.. Danach erreichten wir ohne Zwischenfälle unser Hostel, wo wir uns zuerst mal ein grosses Bier auf diesen Schock genehmigen mussten.

Am nächsten Tag trafen wir uns mit Heinz, einem Deutsch-Chilenen, den wir in Villa O'Higgins getroffen hatten. Heinz nahm uns gleich auf einen Ausflug nach Valparaiso und Viña del Mar mit.



Valparaiso ist eine Hafenstadt in der Nähe von Santiago, die unter anderem für die vielen kleinen Ascenscores bekannt ist, mit denen man vom Hafen zum höhergelegenen Teil der Stadt fahren kann. Und es geht wirklich so steil hinauf wie auf dem Foto - da ist das Polybähnli nichts dagegen!



Neben steilen Ascensores ist Valparaiso auch für die farbigen Häuser bekannt...gelb, lila, türkis - jede Farbkombination ist erlaubt. Uns gefiel es jedenfalls sehr und wir ernannten Valparaiso zum bisher schönsten Ort in Chile.



Anschliessend gings nach Viña del Mar an den Strand. Baden konnte man zwar nicht, aber zum spazieren wars auch schön.



Und das ist übrigens Heinz Peter, unser deutsch-chilenischer Freund aus Santiago. Der Name Heinz ist - wie man sich vorstellen kann - in Chile nicht so verbreitet. Deshalb wird Heinz hier oft auch Jaime, James, Eimes oder was auch immer genannt. Na ja, Christoph hats da auch nicht viel besser, gäll Cris?



Da in der Casa Roja alle Betten ausgebucht waren, zügelten wir am Abend noch in ein anderes Hostel, welches direkt an der Plaza de Armas lag. Vom Balkon aus hatte man dann diese tolle Aussicht auf den Jubel und Trubel auf der Plaza.



Am nächsten Morgen machten wir uns zuerst mal alleine auf Sightseeing-Tour in Santiago. Die Stadt selber ist eigentlich schöner als wir erwartet hatten, mit vielen ruhigen Quartierstrassen, alten Gebäuden und Pärken. Alles ist zudem viel moderner und neuer, als im übrigen Chile. Eigentlich auch kein Wunder, wenn man bedenkt, dass gut die Hälfte der Einwohner Chiles in Santiago leben.



Am Nachmittag trafen wir Heinz wieder, der am Muttertag natürlich noch bei seiner Mutter vorbeischauen musste. Auf jeden Fall gings dann mit dem klassischen Santiago-Touri-Programm weiter und wir fuhren mit so einer tollen Gondelbahn auf den Stadthügel von Santiago, den Cerro Cristobal.



Von oben hatte man eine tolle Aussicht auf das Wahrzeichen von Santiago, den Smog..! So ganz knapp kann man noch die Berge rund um Santiago erkennen.

Am Abend fuhren wir dann zum Apartment von Heinz, wo wir noch gemütlich Bier tranken und Znacht assen. Zum Dessert gabs noch das einzigartige Sahne-Nuss-Schokolade-Glacé...mmmh!
Am nächsten Morgen musste Heinz früh auf, um zur Arbeit zu gehen (er arbeitet bei IBM) und nahm uns gleich in seinem Auto mit. Nach einer Stunde stockendem Kolonnenverkehr quer durch Santiago erreichten wir endlich die Busstation, wo wir uns leider bereits wieder von Heinz verabschieden mussten.

Da unser Bus erst um 2Uhr nachmittags fuhr, hatten wir noch etwas Zeit, in Santiago rumzuschlendern...z.B. zum Mercado Central, einem riesen Fischmarkt mitten in Santiago. Dort assen wir dann auch gleich Zmittag (Fisch natürlich), nicht ganz billig aber fein. Ach ja, und dann war da noch die Geschichte mit den 10'000 chilenischen Pesos und Bibis "Glögglifroschtag", aber davon ein andermal...



Und dann fuhren wir auch schon Richtung Mendoza und siehe da: nach kurzer Fahrt lichtete sich der Smog und schöne hohe Schneeberge kamen zum Vorschein.



Und was für Berge! Die Strecke zwischen Santiago und Mendoza führt am Aconcagua vorbei, dem höchsten Berg ausserhalb des Himalayas (davon später mehr).

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