Tuesday, August 12, 2008

Glacier National Park

Nach einem kurzen Abstecher in Sun Valley, gings einige Tage später weiter Richtung Norden. Ziel: Glacier National Park. Nach zwei Tagen Fahrt, durch dünnbesiedeltes Niemandsland und an alten Goldschürfbaggerschiffen vorbei kamen dann die ersten richtigen Berge in Sicht.



Als erstes stürmten wir natürlich das Backcountry Permit Office, um herauszufinden wo man die schönsten Wanderungen unternehmen kann und wo noch Zeltplätze fürs Wochenende vorhanden sind.. Scheinbar gar nicht so einfach! Mit viel Hilfe der anwesenden Parkranger gelang es uns nach eingehender Studie von Kartenmaterial und Zeltplatzbuchungstabellen eine vielversprechende 5-tägige Wanderung zusammenzustellen. Natürlich mussten wir wiedermal ein Backcountry-Safety-Video über uns ergehen lassen (und hörten anschliessend nochmals das Gleiche vom Chef-Ranger) bevor wir aufbrechen konnten.



Da unser Trailhead auf der anderen Seite des Parks liegt, gings auf der Going-to-the-sun-road (die heisst wirklich so..) einmal quer durch den Park und die Continental Divide. Die Strasse wurde zwischendurch richtig bergig, fast schon wie schweizer Passstrassen...



..bloss dass bei uns keine Mountain Goats am Strassenrand ihr Mittagsschläfchen machen!



jepjep, alles very scenic..



Und dann gings auch schon los! Zu Beginn leider recht waldig, aber wenigstens mit gelegentlicher Aussicht auf beeindruckende Berge.



Auf halbem Weg zu unserem Zeltplatz, kamen wir an einem Wasserfall inklusive Pool vorbei. Diese Gelegenheit für ein bisschen Abkühlung liessen wir uns natürlich nicht entgehen. Auch wenn die eisigen Wassertemperaturen uns dann doch etwas zögern liessen..



Nach einigen Stunden Hochstaudenflur und düsterem Fichtenwald erreichten wir dann endlich unseren Zeltplatz. Wie man auf dem Foto sehen kann, ist das Campen im Glacier NP ziemlich krass organisiert..



Am nächsten Tag gings dann zur Abwechslung mal ohne Zelt und mit leichtem Gepäck auf den Stoney Indian Pass und retour. Endlich mal Aussicht.



Und Wasserfälle. Vieeeele Wasserfälle.



Auf dem Pass wartete auch schon ein altersschwaches Murmeltier auf uns, welches sehr an unserem Mittagslunch interessiert war und sich immer wieder heimlich anzuschleichen versuchte. Auch von seinen kleineren Verwandten, den Ground Squirrels, wimmelte es.



Bei der Rückkehr mussten wir feststellen, dass wir den Zeltplatz nicht mehr für uns alleine hatten und die allabendliche Food-Aufhängung doch recht kompliziert wurde..



Tag 3 war leider wieder recht ähnlich wie Tag 1: Fichtenwald und Hochstauden. Wenigstens gab es noch eine abenteuerliche Seemündungsquerung.



Dafür entschädigte die Aussicht vom Zeltplatz für die stundenlange Waldwanderung. Elizabeth Lake war mit Abstand der beste Backcountry-Zeltplatz den wir bisher hatten. Nicht mal den Food mussten wir aufhängen, sondern konnten alles in praktische, bärensichere Boxen verstauen.



Am Tag 4 gings dann zum Glück wieder mal in die alpine Stufe. Auf dem Weg zum Red Gap Pass (passender Name übrigens, siehe Steine) gabs mal wieder viel Geblühm zu fotografieren (und anschliessend zu bestimmen).





Auf dem Pass angekommen, erspähten wir dann sogar auch einen der selten gewordenen Gletscher, die dem Park ja seinen Namen gaben. Nicht ganz so beeindruckend wie die patagonischen Gletscher..



Diese Riesenlilien (bis 1.5m hoch) werden hier Bear-grass genannt, da die Grizzlies anscheinend im Frühling die jungen Blätter essen.



Unser Tagesziel war wieder mal ein See: Poia Lake.



Kurz vor Ankunft trafen wir noch dieses Riesen-Ding von Berghuhn an, welches sich erfolglos als Stein zu tarnen versuchte. Nice try though..



Bei so einem kristallblauen Bergseeli war mal wieder ein Bad angesagt. Was jedoch nicht ganz ungefährlich ist, da wir beinahe von einem verstörten Wanderduo mit Bärenspray eingepfeffert wurden, die das Gefühl hatten ein Bär verstecke sich im Unterholz.



Schon fast traditionsmässig war es am letzten Tag dann wieder so richtig gruusig. Nachdem es uns in der Nacht schon fast das Zelt weggeblasen hätte, kam am Morgen noch Regen und Hagel hinzu. Zum Glück blinzelte auch die Sonne hin und wieder mal durch eine Wolkenlücke.



Nach 5 Tagen Wildnis erreichten wir so etwas wie Zivilisation; Many Glacier. Nicht gerade gross, aber wenigstens gab es einen General Store mit Bier und Chips (und den unvermeidlichen T-Shirts und National Park Souvenirs). Von Many Glacier gings dann per Shuttle (wow! die haben so was wie ÖV im Park!!) wieder zu unserem Trailhead zurück.

Mit frischen Tischis ausgerüstet, aber immer noch sehr ungeduscht wagten wir uns dann über die kanadische Grenze. Der junge Officer war dann aber sehr freundlich und stempelte unsere Pässe ohne mit der Nase zu rümpfen. Long live the queen, eh?

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